Die Kiswa der Heiligen Kaaba: Geschichte, Symbolik und Zeremonie

Was ist die Kiswa? Das heiligste und teuerste Tuch der Welt

Die Kiswa (auch Kiswah oder Ghilaf e Kaaba genannt) ist das heilige schwarze Seidentuch, das die Heilige Kaaba in der Masjid al-Haram in Mekka bedeckt. Die Kiswa des Jahres 2025 wiegt 1.415 Kilogramm, bedeckt eine Fläche von 658 Quadratmetern und kostete laut dem Direktor für Öffentlichkeitsarbeit des König-Abdulaziz-Komplexes rund 6,2 Millionen EUR. Damit gilt sie als das teuerste Tuch der Welt.

68 Koranverse sind mit 24-Karat-Gold-beschichtetem Silberfaden eingestickt. 154 qualifizierte saudische Handwerker installierten die Kiswa bei der letzten Zeremonie. Für mehr als 1,5 Milliarden Muslime weltweit ist die Kiswa das zentrale textile Symbol ihres Glaubens und der Gebetsrichtung (Qibla). Dieser Artikel beleuchtet ihre Geschichte, ihre Bestandteile, ihre Symbolik, die jährliche Wechselzeremonie und den Verbleib des Tuchs nach seiner Ablösung.

Eine 1.600-jährige Geschichte: Von vorislamischen Ursprüngen bis zur saudischen Ära

Die Tradition, die Kaaba zu bekleiden, reicht weit in die vorislamische Zeit zurück. Die meisten Historiker sind sich einig, dass der jemenitische König Tubba As'ad Abu Karib aus dem Himjaritischen Königreich (ca. frühes 5. Jahrhundert n. Chr.) zu den ersten bekannten Herrschern gehörte, die die Kaaba mit einem Tuch bedeckten. Dieses Detail wird in vielen Darstellungen übergangen, obwohl es die Tiefe und das Alter dieser Tradition eindrucksvoll belegt.

In verschiedenen Epochen wurde die Kaaba in Weiß, Rot und gestreiftem jemenitischem Stoff gehüllt, bevor Schwarz zur dauerhaften Farbe wurde. Nach der Eroberung Mekkas im Jahr 630 n. Chr. führte der Prophet Muhammad (Friede sei auf ihm) die Tradition fort und verwendete Berichten zufolge ein jemenitisches Tuch.

Kalif Umar ibn al-Khattab leistete einen bedeutenden Beitrag: Er ließ die erste ägyptische Kiswa aus weißem Qubati-Leinen anfertigen, das von koptisch-christlichen Handwerkern in Ägypten bestickt wurde. Während der Abbasidenzeit wurde Schwarz schließlich zur permanenten Farbe der Kiswa, als Symbol für Würde und Beständigkeit.

Ab dem 12. Jahrhundert wurde die Kiswa in Ägypten hergestellt und jährlich nach Mekka transportiert. Dieser Brauch hielt Jahrhunderte lang an. Der entscheidende Wendepunkt kam 1927: König Abdulaziz Al-Saud ordnete die Errichtung einer eigenen Kiswa-Produktionsstätte in Mekka an und verlagerte die Herstellung erstmals nach Saudi-Arabien. Im Jahr 2018 wurde die Einrichtung offiziell in „König-Abdulaziz-Komplex für die Kiswa der Heiligen Kaaba

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